Zahlenfirlefanz in der Bibel


7 Schöpfungstage, 10 Gebote, 12 Jünger: Zahlen begegnen dem Leser in der Bibel zuhauf. Doch sind sie nicht willkürlich gesetzt. Katholisch.de hat sich angesehen, welche Bedeutung sie haben.

Tobias Glenz | katholisch.de

Eins: Die Zahl 1 ist Zeichen der absoluten Vollkommenheit, Einheit, Ganzheit und Unendlichkeit. Oft findet sie sich in der Bibel daher im Zusammenhang mit dem Göttlichen. Gott ist der Eine, der Einzige. Neben ihm sollen die Menschen keine anderen Götter haben, wie es die Zehn Gebote betonen (Ex 20,3). Christus, der Gottessohn, ist der eine Herr (1 Kor 8,6) und zudem „der Erste der Entschlafenen“ (1 Kor 15,20). Die Kirche, das Gottesvolk, wird aufgerufen, die „Einheit des Geistes“ zu wahren – also Einigkeit in allem zu üben (Eph 4,3ff). Schließlich sollen Mann und Frau „ein Fleisch“ werden und somit eine untrennbare Verbindung vor Gott eingehen (Gen 2,24).

Zwei: Für Polarität – also das Verhältnis sich gegenseitig bedingender Größen – steht die Zahl 2. Dazu zählt das Männliche und das Weibliche; die Menschheit hat entsprechend zwei Stammeltern – Adam und Eva. Aber auch die Heilige Schrift selbst fällt in diese Kategorie: Sie ist aufgeteilt in Altes und Neues Testament, welche sich gegenseitig bedingen und eine zweigeteilte Einheit bilden. Schließlich ist die 2 auch die Zahl der kleinstmöglichen Gemeinschaft – „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind…“ (Mt 18,20) – sowie die Mindestzahl von Zeugen in einem Prozess (Dtn 17,6).

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