Denkmalschutzbehörde will „Judensau“-Darstellung zurück an Kirche


Eine Gemeinde in Sachsen-Anhalt will ihre Kirche künftig ohne die sogenannte „Judensau“-Darstellung aus dem Mittelalter sehen. Doch die Denkmalschutzbehörde pocht darauf, die antisemitische Skulptur nach einer Restaurierung wieder aufzuhängen.

katholisch.de

Der künftige Umgang mit einer „Judensau“-Darstellung in der evangelischen Kirchengemeinde Calbe (Sachsen-Anhalt) sorgt offenbar für Streit. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung (Montag) pocht die zuständige Denkmalschutzbehörde darauf, dass das Relief nach der laufenden Restaurierung wieder aufgehängt werden solle, um den mittelalterlichen Originalzustand der Kirche wieder herzustellen. Die Gemeinde hatte dagegen angekündigt, die antisemitische Skulptur nicht wieder anbringen zu wollen.

An der Sankt-Stephanie-Kirche befanden sich bis vor kurzem 14 unechte Wasserspeier aus dem 15. Jahrhundert, darunter eine „Judensau“. Sie wurden im Zuge einer Restaurierung abgenommen. Die Figur mit ihrer „schrecklichen Botschaft“ sei für die Gemeinde „unerträglich“, sagte Pfarrer Jürgen Kohtz der Zeitung. Sie werde nun zurück auf den Kirchenpfeiler kommen, „aber als Zeichen unserer Scham werden wir sie verhüllen.“ Die Darstellung sei „nicht mehr die Botschaft, die wir als Christen in die Welt geben wollen“.

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