Nigeria: In der Kirche vergewaltigt – Gewalt gegen Frauen nimmt im Corona-Lockdown drastisch zu


Nigeria verhängt den Ausnahmezustand, weil die Gewalt gegen Frauen während der Corona-Krise massiv zunimmt.

Johannes Dieterich | Frankfurter Rundschau

Uwaila Omozuwa ging schon seit Jahren zum Lernen in die Kirche. Dort war es ruhig, sie hatte Platz und wähnte sich sicher. Am letzten Mittwoch im Mai stellte sich der Glaube der 22-jährigen Biologiestudentin aus dem nigerianischen Bundesstaat Beni jedoch als trügerisch heraus. 

Als sie um sechs Uhr abends noch immer nicht zu Hause war, rief ihre beunruhigte Mutter beim Pfarrer der „Erlösten Christlichen Kirche Gottes“ an. Aufgelöst rief Enoch Adeboye kurz später zurück: Er fand Uwaila in einer Blutlache in seiner Kirche. Im Hospital wurde festgestellt, dass die Studentin vergewaltigt worden war. Drei Tage später war sie tot.

Corona-Lockdown in Nigeria – für viele Frauen tödlich

Uwaila Omozuma ist nicht die einzige Nigerianerin, die den Corona-Lockdown in dem bevölkerungsreichsten Staat Afrikas nicht überlebte. Eine Woche später wurde Barakat Bello in ihrem Haus in Ibadan von mehreren Männern überfallen. Einer nach dem anderen missbrauchte das 18-jährige Mädchen. Noch vor Ort erlag Barakat ihren Verletzungen. 

Ungefähr zur selben Zeit starb in Jigawa ein zwölfjähriges Mädchen, das von elf Männern vergewaltigt worden war. Und in Dangora bei Kano wurde ein 32-Jähriger festgenommen, der die Vergewaltigung von insgesamt 40 Frauen gestanden hatte.

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