Schisma oder Häresie: Von Glaubenstrennung und unklaren Grenzen


„Schismatiker“ und „Häretiker“ sind beides keine Komplimente. Doch was unterscheidet einen Martin Luther von einem Marcel Lefebvre? In der Theorie hat die Kirche darauf eine einfache Antwort. Doch mit dem Blick in die Geschichte wird es schnell komplizierter.

Christoph Paul Hartmann | katholisch.de

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Die christliche Welt ist geteilt: 2000 Jahre Religionsgeschichte haben zahlreiche Trennungen und Neuformungen hervorgebracht, die Gründe sind vielfältig und hängen nicht zuletzt von der Sichtweise einer der Streitparteien ab. Die katholische Kirche bezeichnet für lange Zeit jene, die sich von ihr getrennt haben, als Schismatiker oder Häretiker. Doch diese beiden Begriffe sind schillernd und oft nicht so trennscharf wie gedacht.

In der Theorie ist die Welt ganz einfach: Ein Schismatiker trennt sich von der Kirche, weil er Probleme mit einer Leitungspersönlichkeit, deren Leitungsanspruch oder mit der praktischen Umsetzung bestimmter Dinge hat. Eine neue Lehre stellt er jedoch nicht auf. Anders bei der Häresie: Hier sind theologische Überlegungen der Grund für die Trennung, persönliche Leitungsambitionen spielen weniger eine Rolle.

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