Immer mehr Münchner treten aus der Kirche aus


Im vergangenen Jahr wandten sich mehr Bürger von den großen Kirchen ab, als je zuvor – doch die Gründe sind diesmal nicht so offensichtlich.

Paul Nöllke | Abendzeitung

Im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten schien die Kirche in München immer recht präsent. Während in Berlin, Dortmund oder Magdeburg die Umnutzung verlassener Kirchengebäude debattiert wurde, schien so etwas in München undenkbar. Man verließ sich hier auf die starken Gemeinden und ihre vielen Mitglieder. Doch deren Zahl bröckelt nun erheblich.

2019 traten in München mehr Gläubige aus der Kirche aus als je zuvor – und das in einem Jahr, das eigentlich nicht von großen kirchlichen Skandalen oder Diskussionen geprägt war. Das geht aus der neuesten Münchner Statistik hervor, die die Stadt diesen Monat veröffentlicht hat. Insgesamt bekundeten in der Landeshauptstadt 15.854 Menschen ihren Austritt aus der Kirche, 14 Prozent mehr als 2018. Es war das erste Mal, dass jeden Monat mehr als 1.000 Münchner ihre Kirche verließen.

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