Schwerkranke sollen in Heime gezwungen werden


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Intensivpflege reformieren. Doch Pflegepersonal und Angehörige protestieren und wollen in letzter Minute die Gesetzesreform verhindern.

Ruth Schneeberger | Berliner Zeitung

Symbolbild. Foto: imago images/Cover-Images

Der kleine Junge aus Berlin ist fünf Jahre  alt und kann nicht dauerhaft alleine atmen. Er kam mit einer seltenen Hirnstörung auf die Welt, die sein Atemzentrum lähmt. Durch die Hilfe seiner Eltern und eines Intensivpflegedienstes hat er trotzdem überlebt. Wie alt er wird, weiß niemand, berichtet Pflegedienstleiterin Gabriela Richhardt-Pistor. Angst hat die Familie nun vor einem neuen Gesetzentwurf: Es könnte sein, dass das Kind demnächst in ein Heim muss und seiner Familie quasi entrissen wird. Aus Kostengründen.

Denn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plant die Reform des Intensivpflegegesetzes (IPReG). Begründet wird das mit Berichten über kriminelle Pflegedienste.

Der Hintergrund: Intensivpflegedienste können pro Patient und Monat bis zu 25.000 Euro mit der Kasse abrechnen. Das liegt daran, dass eine 24-Stunden-Versorgung für einen schwerstkranken Patienten besonders viel und besonders gut geschultes Personal vorhalten muss.

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