«Nikab und Burka sind Ausdruck von Unterdrückung»

Burqua Burka

Das Parlament empfiehlt, die sogenannte «Burka-Initiative» an der Urne abzulehnen. Neben der SVP hat sich allerdings auch die Mitte-Fraktion im Nationalrat für ein Verhüllungsverbot eingesetzt.

Gion-Duri Vincenz | SRF

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Eine der Wortführerinnen war die Aargauer CVP-Nationalrätin Marianne Binder. Für sie geht es nicht um Religion, sondern um Gleichberechtigung.

SRF News: Man geht davon aus, dass vielleicht ein paar Dutzend Frauen in der Schweiz regelmässig einen Nikab tragen. Man könnte Ihnen vorwerfen, Sie kümmerten sich hier um ein Randproblem.

Marianne Binder:Ich weiss nicht, wie viele Burkas es gibt. Aber die Menge für sich macht das Problem nicht aus. Man kann ja nicht sagen, weil etwas wenig vorkommt, sei es deswegen kein Problem. Kinderehen kommen auch nicht sehr viel vor. Trotzdem sind sie ein Problem für die Betroffenen.

Ein Nikab oder eine Burka sind wie kein anderes Kleidungsstück Ausdruck von Unterdrückung.

Aber es ist auch ein Recht, das Kleid zu tragen, das man gerne möchte. Die bekanntesten Nikab-Trägerinnen in der Schweiz waren ja Schweizerinnen, die zum Islam konvertiert sind und das Kleidungsstück freiwillig trugen.

Ich finde, eine erwachsene Frau kann ein Kopftuch tragen, wenn sie es möchte. Aber ein Nikab oder eine Burka sind wie kein anderes Kleidungsstück Ausdruck von Unterdrückung. Mir geht es in der ganzen Geschichte nur um das frauenrechtliche Problem, das Gleichstellungsproblem, das Grundrechtsproblem, das hier vorhanden ist.

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