Astronomie: Planeten bilden sich offenbar deutlich schneller als angenommen


Auch bei vergleichsweise jungen Sternen haben Astronomen oft viel zu wenig Materie gefunden, aus der sich Planeten bilden können. Sie kamen wohl schon zu spät.

Martin Holland | heise online

Die Perseuswolke ist eine Geburtsstätte von Sternen. (Bild: NASA/JPL-Caltech)

Planeten formen sich um junge Sterne offenbar deutlich schneller als bislang angenommen. Das haben Wissenschaftler um den Astronomen Łukasz Tychoniec von der Sternwarte Leiden ermittelt, berichtet das Wissenschaftsmagazin Science. Während bisher schon um wenige Millionen Jahre alte Sterne oft nicht mehr genug Material gefunden wurde, aus dem sich Planeten bilden können, wurden die Forscher nun bei deutlich jüngeren Exemplaren fündig. Bei weniger als 500.000 Jahre alten Sternen wurde demnach mehr als genug Material in der sie umgebenden Staubscheibe gefunden, aus dem Planeten entstehen können.

Planeten entstehen in immensen Scheiben aus Staub und Gas, die junge Sterne umgeben. Wenn das Material durch kleine Unregelmäßigkeiten verklumpt, sorgt die Gravitation dafür, dass daraus die Himmelskörper entstehen. Viele Details dieses Prozesses sind aber noch nicht ausreichend erforscht, auch weil wir überhaupt erst seit wenigen Jahrzehnten Planeten um andere Sterne kennen. So erklärt Science, dass Forscher mit dem ALMA-Teleskop (Atacama Large Millimeter/submillimeter Array) in Chile die Staubscheibe um Sterne untersucht hatten, die zwischen einer Million und drei Millionen Jahre alt waren. Das darin gefundene Material reichte demnach nicht einmal zur Bildung eines Exoplaneten der Größe des Jupiter aus.

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