Rassismus in Deutschland: Die Probleme sind nicht weit weg


Der Freedom Day, Juneteenth, in den USA ist in diesem Jahr brutal aktuell. Auch in Deutschland muss über strukturellen Rassismus gesprochen werden.

Selmin Çalışkan | taz

„Stille ist Gewalt“ – Black-Lives-Matter-Demo am 6. Juni 2020 in Köln Foto: Martin Meissner/ap

Der 19. Juni ist ein besonderer Tag für die Geschichte der Vereinigten Staaten. Als Gedenktag steht Freedom Day am 19. Juni, auch als Juneteenth bekannt, für die Sklavenbefreiung und die damit einhergehende Emanzipation Schwarzer Menschen von der weißen Gewaltherrschaft.

Wir können in Deutschland nur erahnen, welche Kraft und Bedeutung ein solcher Tag für die schwarze Bevölkerung in den USA hat, die bis heute über Generationen hinweg einen kollektiven Traumaprozess durchlebt, der durch latenten und strukturellen Rassismus immer wieder aktiviert wird.

Doch Juneteenth ist in diesem Jahr anders. Der Gedenktag hat sich durch den Tod von George Floyd nach rassistischer Polizeigewalt brutal aktualisiert. Er steht in einem ganz besonderen politischen Kontext. Denn die Situation Schwarzer Menschen ist wieder zu einer globalen politischen Frage geworden: #BlackLivesMatter.

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