Über den Schiefer-Energiefirmen kreisen die Geier


Chesapeake Energy steht kurz vor dem Insolvenzantrag. Das Pionier-Unternehmen der Fracking-Industrie leidet unter schwachen Erträgen, Abschreibungsbedarf, hohen Schulden und unsicheren Aussichten – wie viele andere Firmen der Energiebranche auch.

Christof Leisinger | Neue Zürcher Zeitung

Die Aktien des Fracking-Unternehmens Chesapeake Energy gingen am Donnerstag mit etwa 13 $ um, nachdem sie vor zwölf Jahren mit bis zu 14 000 $ gehandelt worden waren. Imago

Im Energiesektor geht es turbulent zu. So ist der Erdölpreis an den Terminmärkten jüngst erstmals vorübergehend in den negativen Bereich gefallen. Der britische Energieriese BP kündigte vor kurzem eine Milliardenabschreibung auf Reserven und Anlagen an, und in den USA kommt es zu immer mehr Insolvenzen bei Schieferöl- und -gasunternehmen. Gemäss einer Analyse der Anwaltskanzlei Haynes and Boone sind in den vergangenen fünf Jahren 226 Firmen mit Verbindlichkeiten im Gegenwert von 132 Mrd. $ in die Restrukturierung gegangen – Tendenz zunehmend.

Pionier-Unternehmen der Fracking-Industrie

In den nächsten Tagen wird mit Chesapeake Energy wohl ein Pionier-Unternehmen der Fracking-Industrie dazukommen. Seine Aktien zeichnen sich derzeit durch erratische Kursbewegungen auf tiefem Niveau aus. Anleger scheinen mit den Wertpapieren zu spekulieren, obwohl diese aufgrund hoher Schulden, operativer Verluste und hoher Abschreibungen eigentlich nichts mehr wert sind. Sie gingen am Donnerstag mit etwa 13 $ um, nachdem sie vor zwölf Jahren mit bis zu 14 000 $ gehandelt worden waren. Schon damals war das Geld billig, Energie galt als knapp und Fracking als der allerletzte Schrei. Die Technologie zur Energieförderung hatte die USA in der Zwischenzeit zum grössten Energieproduzenten der Welt und zu einem Exportland für Erdöl und Gas gemacht.

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