Armut und Gesundheit: Warum Hartz-IV-Empfänger oft schwerer an Corona erkranken

obdachlos in Mailand

Armut macht krank, das ist keine Neuheit: Wer von finanzieller Not betroffen ist, empfindet mehr Stress, hat weniger Möglichkeiten, sich gesund zu ernähren oder leidet unter mangelhaften Wohnbedingungen. Arbeitslosigkeit verdopple sogar das Sterberisiko, fanden Forscher des Max-Planck-Instituts heraus.

watson.de

Hartz-IV-Empfänger erkranken häufiger schwer an Covid-19 – die Ursachen sind noch nicht ganz klar. (Symbolbild) Bild: iStockphoto / Andrey Shevchuk

Während der Corona-Pandemie ist noch deutlicher geworden, wie sehr sich prekäre Lebensumstände auf die Gesundheit auswirken können. Das legten bereits Studien aus den USA oder Großbritannien nahe.

Nun zeigt eine gemeinsame Analyse der AOK Rheinland/Hamburg und des Instituts für Medizinische Soziologie des Universitätsklinikums Düsseldorf: Wer arbeitslos ist, hat ein größeres Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken.

Hartz-IV-Empfänger haben ein besonders hohes Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken

Für ihre Untersuchung haben die Studienleiter Krankenkassendaten von mehr als 1,3 Millionen Versicherten ausgewertet, die sich wegen einer Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus begeben mussten. Dabei haben sie festgestellt, dass Hartz-IV-Empfänger – also Bezieher von ALG II – ein um 84,1 Prozent höheres Risiko haben, wegen der Lungenkrankheit im Krankenhaus behandelt werden zu müssen. Bei Beziehern von Arbeitslosengeld, also ALG I, ist das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs um 17,5 Prozent erhöht.

weiterlesen