Corona in Schweden: Erschreckende Todes-Statistik in Altenheimen – Streit um Mundschutz


Es ist ein neuer Höchstwert an Neuinfektionen: Die Corona-Lage in Schweden spitzt sich immer weiter zu. Die Bevölkerung wird unzufrieden.

Florian Naumann, Andreas Schmid, Christian Domke Seidel | Frankfurter Rundschau

Schweden gehört zu den am stärksten betroffenen europäischen Ländern in der Corona-Pandemie. Recherchen des TV-Senders SVT weisen nun auf eine erschreckende Statistik hin: Den Daten zufolge hat sich in rund 40 schwedischen Altersheimen die Sterblichkeitsrate von Mitte März bis Ende Mai im Vergleich mit anderen Jahren verdoppelt – betroffen sind Einrichtungen in den Großstädten Stockholm und Göteborg, aber auch in kleineren Städten wie Borlänge und Gävle.

Bei der Suche nach den Gründen tappen die Verantwortlichen dem Bericht zufolge offenbar weitgehend im Dunkeln. Genannt wurden von Einrichtungsleitern aber mangelnde Corona-Tests und die Möglichkeit, dass Mitarbeiter aufgrund mangelnder Kenntnis über Corona-Symptome* erkrankt ihrer Arbeit nachgingen.

Zugleich wirft ein weiterer Bericht des TV-Kanals ein schlechtes Licht auf die Arbeit mehrerer Behörden: Womöglich gab die für Arbeitssicherheit zuständige Stelle Druck nach, in Übereinstimmung mit den lockereren Bestimmungen der Gesundheitsbehörde keine Mundschutzpflicht zu erlassen – trotz Mahnungen eigener Experten. Die zuständige Generaldirektorin Erna Zelmin-Ekenhem wies diese Darstellung auf Anfrage des Senders zurück.

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