Die Zerstörungswut einer Partymeute


19 Polizisten verletzt, 40 Geschäfte demoliert: Warum sind junge Leute aus der Partyszene wie ein Mob durch die Stuttgarter Innenstadt gezogen?

Rüdiger Soldt | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Samstagnacht wurde auch die Glasscheibe eines Ein-Euro-Shops eingeschlagen. Bild: dpa

Die getrockneten Blutflecken vor dem Einkaufszentrum im Stuttgarter Gerberviertel sind mit zwei numerierten Klebepfeilen markiert. Am Sonntagmittag sind die Polizisten in der baden-württembergischen Landeshauptstadt noch mit der Spurensicherung beschäftigt: Schaufensterscheiben werden mit LED-Leuchten nach Fingerabdrücken abgesucht, das DNA-Material der Blutspuren gesichert, und vereinzelt versuchen die Ermittler, die Anwohner in der Sophienstraße und in der Königstrasse zu befragen, was sie von Ausschreitungen in der Nacht von Samstag auf Sonntag mit bekommen haben.

Randale, Plünderungen, Straßenschlachten zwischen Gruppen von Jugendlichen und der Polizei sind in Stuttgart nicht alltäglich, auch gewalttätige Demonstrationen nicht. Bis der Protest gegen Stuttgart 21 die Stadt verunsicherte, war man immer stolz, dass man die Bereitschaftspolizei mit Wasserwerfern nie brauchte.

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