Hannah Arendt neu entdecken: Denken ohne Geländer


Hannah Arendt war eine der wichtigsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts. An der Freien Universität Berlin kommt die erste kritische Gesamtausgabe ihrer Schriften heraus.

Leonard Fischl | DER TAGESSPIEGEL

Hannah Arendt: Vom Studium der Philosophie, Theologie und Gräzistik zur politischen Theorie.Foto: Deutsches Historisches Museum / Art Resource, New York, Hannah Arendt Bluecher Literary Trust

Die Texte der Philosophin Hannah Arendt erleben aktuell eine Renaissance. Ein Beleg dafür ist der Wiedereinzug von Hannah Arendts Standardwerk „The Origins of Totalitarianism“, deutsch „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“, in die Bestsellerlisten der USA, als Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde. 

Auch andere Verschiebungen und Erosionen in der westlichen Welt erinnern an Ereignisse, die Hannah Arendt selbst miterlebt und in ihrem Schaffen untersucht und kommentiert hat. 

Schließlich hat die Philosophin den Verfall der Weimarer Republik beobachtet und musste nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten wegen ihrer jüdischen Herkunft in die USA fliehen. Ihre Werke beleuchten die Gründe für Faschismus und totalitäre Gewalt, die Konsequenzen der Fluchterfahrung, den Verfall zivilisatorischer Werte und die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge in der Politik. 

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