Nicaragua – Der Staat als Vergewaltiger


Gewalt an Mädchen und Frauen sind in Nicaragua Teil nationaler Politik. Verändern möchte der Staat die Situation nicht.

Ulrike Prinz | SRF

Bild: SRF

«El violador eres tú» – «Der Vergewaltiger bist du», skandieren Millionen von Frauen in ganz Lateinamerika. Sie meinen damit die strukturelle Gewalt: Die Gewalt der patriarchalischen Ordnung, die den Frauen das Recht abspricht, über ihren eigenen Körper zu bestimmen und die auch von den Kirchen gestützt wird. Und sie meinen auch die ganz konkrete Gewalt zu Hause, gegen die niemand etwas unternimmt.

Nach Erhebungen der panamerikanischen Gesundheitsorganisation werden jedes Jahr etwa 58 Prozent der Kinder in Lateinamerika und der Karibik sexuell und emotional missbraucht. Frauen und Mädchen leben in einer ständigen Risikosituation – einfach nur, weil sie weiblich sind.

Unheilige Allianz zwischen Kirche und Staat

Dass der Staat ein Vergewaltiger ist, stimmt in besonderer Weise für Nicaragua. 2006 hatte die Ortega-Murillo-Regierung eine unheilige Allianz mit den Kirchen und den konservativen Parteien geschmiedet, um ihre Wiederwahl zu begünstigen.

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