Wie gefährlich ist Covid-19 im Vergleich zur saisonalen Grippe?


In einer ersten Bilanz habe ich am 17.4.2020 in Telepolis beschrieben, dass es sich bei Covid-19 um eine gefährliche neue Viruserkrankung handelt. Grundlage dieser Einschätzung waren nicht so sehr Zahlen und Statistiken, die bis heute teilweise verwirrend sind, sondern vor allem die praktischen Erfahrungen, die die Behandler in den Kliniken mit der neuen Covid-19-Patientengruppe gemacht haben.

Klaus-Dieter Kolenda | TELEPOLIS

In einem zweiten Artikel habe ich dann am 7.5.2020 dargestellt, dass das Virus im menschlichen Organismus „vom Kopf bis zu den Zehen“ schwere Zerstörungen und erhebliche Schäden anrichten kann. Diese betreffen vor allem die Lunge, aber auch andere Organsysteme wie Herz und Kreislauf, Nieren, das Gehirn und die Blutgerinnung.

Auch wenn es sich dabei um noch vorläufige Erkenntnisse aus den letzten Monaten handelt, die von vielen Ärzten und Wissenschaftlern weltweit zusammengetragen worden sind, so gibt es doch aus meiner Sicht keinen Zweifel daran, dass wir Covid-19 nicht unterschätzen oder auf die leichte Schulter nehmen dürfen.

In den letzten Monaten sind allerdings auch eine Reihe von Veröffentlichungen in von mir bisher geschätzten alternativen Medien ins Netz gestellt worden, in denen die Position vertreten wird, dass eine besondere Gefährlichkeit von Covid-19 wissenschaftlich nicht belegt sei und die Sterblichkeit durch Covid-19 im Bereich der saisonalen Grippe (Influenza) liege.

So heißt es zum Beispiel in einem Artikel, der am 12.6.2020 im Magazin Rubikon erschienen ist: „Inzwischen liegt eine Vielzahl weiterer Studien vor, die zeigen, dass die Letalität von Covid-19 (IFR) bei insgesamt circa 0,1 Prozent und damit im Bereich einer starken Influenza liegt.“ Deshalb seien besondere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, die in der Mehrzahl aller Ländern beschlossen worden sind, wie Ein- und Ausreise-beschränkungen, Quarantäne/ Lockdown, Verbot von Massenveranstaltungen, Ausrufung des Notstands und Ausgangssperren nicht notwendig.

Was ist von derartigen Positionen zu halten, die in dieser oder ähnlicher Form auch von anderen Autoren in alternativen Medien vertreten werden?

Da die Corona-Pandemie zuallererst ein medizinisches Problem ist, werde ich mich im Folgenden mit der Frage beschäftigen, welche Schlüsse aus den vorliegenden Daten und Statistiken hinsichtlich der Gefährlichkeit von Covid-19 im Vergleich zur saisonalen Grippe jenseits der schon von mir geschilderten klinischen Erfahrungen zu ziehen sind.

Dabei ist mir natürlich bewusst, dass diese Betrachtungsweise nur eine, und nicht die einzige Rationale ist, von der die getroffenen und weiterhin zu treffenden politischen Entscheidungen zum Umgang mit der Corona-Pandemie in unserem Land abhängig gemacht werden können und sollten.

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