Keine Strafe für Frankfurter Baptisten-Gemeinde

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Der Verstoß gegen die Corona-Regeln einer Baptistengemeinde aus Frankfurt bleibt ungeahndet. Dafür arbeiten die Gottesdienst-Teilnehmer an einem Projekt des Robert-Koch-Instituts mit.

Tobias Rösmann | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Superspreader: Nach einem Gottesdienst einer Baptisten-Gemeinde haben zahlreiche Personen mit dem Coronavirus infiziert. Bild: dpa

Die Stimmung in der Hessischen Staatskanzlei ist Ende Mai gereizt. Soeben ist bekanntgeworden, dass eine Baptistengemeinde aus Frankfurt während eines Gottesdienstes im vereinseigenen Bethaus so ziemlich alles falsch gemacht hat, was sich angesichts eines hochansteckenden Virus falsch machen lässt: 180 Leute an einem Ort versammelt, Mindestabstand vermutlich nicht eingehalten, gemeinsam laut gesungen, keine Masken getragen. Mehr als 200 Infizierte in und um Frankfurt sind das Ergebnis. Deshalb erwägt die Spitze der Landesregierung, an den Baptisten „ein Exempel zu statuieren“. So berichtet es einer, der es wissen muss. Im Gespräch sei nicht zuletzt eine Strafanzeige gewesen.

Mit dem Ärger über den Verein ist das Land in jenen Tagen nicht allein. Auch Vertreter der Stadt Frankfurt sind erbost. Eine Sprecherin von Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Die Grünen) sagt der F.A.Z. am 26. Mai: „Das Gesundheitsamt rekonstruiert das Geschehen sehr genau. Sobald wir alle Erkenntnisse haben, werden wir prüfen, ob wir entsprechende rechtliche Schritte einleiten.“ Die Verantwortung dafür, dass die Landesverordnung für Gottesdienste und religiöse Zusammenkünfte eingehalten werde, trage jede einzelne Gemeinde. Also auch die Baptisten aus dem Stadtteil Rödelheim.

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