„Run Them Over“: Rechtsextremisten rammen Demonstranten mit Autos


Die von Islamisten übernommene Anschlagstechnik wurde nach Trumps Amtsantritt propagiert und jetzt in mehreren Städten gegen Black-Lives-Matter-Demonstranten von Polizisten und Rechtsextremisten eingesetzt

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Tulsa, 1. Juni. Screenshot von Twitter-Video

Die USA sind ein gespaltenes Land, das durch Donald Trump weiter gespalten wird. Er setzt auf Konfrontation, die ihm eine Bühne schaffen soll, auf Wut, Ärger sowie gehässiger Provokation und Demütigung der politischen Gegner. Und seine Anhänger, die das als toll und lustig finden, als eine unterhaltsame Performance beklatschen, oder der Mob, dem die aggressiven Parolen Türen öffnen, gehen zunehmend zum Angriff über. Schwer bewaffnet marschieren sie wie in Michigan ins Parlament und treten einschüchternd bei Demonstrationen auf, schießen da auch schon mal wie in Albuquerque auf Demonstranten oder bereiten sich wie drei noch rechtzeitig in Las Vegas festgenommene rechte rassistische Extremisten auf einen Anschlag vor, um Chaos und Unruhen zu provozieren. Möglicherweise Anhänger der rechtsextremistischen Boogaloo-Bewegung, die sich auf einen Bürgerkrieg vorbereiten. Die Angst besteht, dass die Gewalt von rechtsextremen, schwer bewaffneten Banden aufbrechen könnte, wenn Donald Trump die Präsidentschaftswahl verlieren sollte.

Schon im Vorfeld übernehmen aufgehetzte rechte Fanatiker das Law & Order-Mantra von Donald Trump und gehen gegen Demonstranten vor, die der Präsident als Linksextreme, Anarchisten und Terroristen bezeichnet. In Mode gekommen ist eine Anschlagsart, die von Islamisten propagiert und von IS-Anhängern ausgeführt, aber auch eine Zeitlang von Palästinensern im Westjordanland gegen israelische Soldaten praktiziert wurde. Autos werden auf ungeschützte Fußgänger gefahren.

Autos als Waffen

Das Auto als Waffe zu verwenden, ist kein neues Phänomen. Autos sind Waffen, die den Fahrer wie Panzer schützen, und Fußgänger und Fahrradfahrer zum leichten Opfer machen. Es ist eine Demonstration der Macht und Überlegenheit, sein stählernes Ich-Gefährt in die weiche Masse von Menschenkörpern zu fahren. Die Aufrüstung der Fahrer durch SUVs, die Kampffahrzeuge sind, belegt die untergründige Tendenz zur Aggression und zum Wettrüsten. Es kommt immer wieder einmal vor, dass Autofahrer ihr Fahrzeug in Menschen steuern, manchmal umnachtet oder betrunken, mitunter auch aus einer aggressiven Laune heraus, als Road Rage.

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