Bayer schließt milliardenteuren Glyphosat-Vergleich


Der Bayer-Konzern hat sich mit amerikanischen Klägern im Streit um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat geeinigt. Die Einigung wird mehr als zehn Milliarden Dollar kosten. Und Tausende von Fällen bleiben noch offen.

Jonas Jansen, Roland Lindner | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das Bayer-Kreuz im Werk des Konzerns in Wuppertal. Bild: dpa

Der Bayer-Konzern hat in den Rechtsstreitigkeiten um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat einen umfassenden Vergleich geschlossen: Wie der Pharma- und Agrarchemiekonzern am Mittwochabend mitteilte, wird er insgesamt bis zu 9,6 Milliarden Dollar zahlen. Dazu kommen 1,25 Milliarden Dollar, die für etwaige künftige Kläger bereitgestellt werden. Das Abkommen ist ein Durchbruch für den Dax-Konzern, schafft allerdings noch nicht alle Klagen aus der Welt. Es verbleiben noch immer 30.000 Fälle, in denen sich die Anwälte noch nicht auf eine Einigung einlassen wollten. Bayer teilte mit, dass das Abkommen gut drei Viertel aller Glyphosatverfahren zum Abschluss bringen würde und sprach von insgesamt 125.000 eingereichten und noch nicht eingereichten Klagen. Zuletzt hatte das Unternehmen mitgeteilt, Klagen von etwas mehr als 50.000 Klägern vorliegen zu haben. 

Der Vergleich sei für Bayer „der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt, um eine lange Periode der Unsicherheit zu einem Ende zu bringen“, sagte der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann. „Er legt die meisten aktuellen Klagen bei und etabliert einen klaren Mechanismus, um die Risiken möglicher künftiger Verfahren zu adressieren. Und er ist wirtschaftlich sinnvoll – verglichen mit den erheblichen finanziellen Risiken eines fortgesetzten langjährigen Rechtsstreits sowie den damit verbundenen negativen Auswirkungen auf unsere Reputation und unser Geschäft.“

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