Ein riesiger Staudamm in Äthiopien entzweit die Nil-Anrainer – Ägypten fürchtet zu verdursten


Der Streit ums Nilwasser spitzt sich zu: Im Juli will Addis Abeba beginnen, einen neuen Stausee zu füllen. ¨¨Ägypten fürchtet jedoch um seine Existenz und bittet den Uno-Sicherheitsrat um Hilfe. Die Angst vor einem Krieg geht um.

Christian Weisflog | Neue Zürcher Zeitung

Für Äthiopien verbindet sich mit dem riesigen Staudamm die Hoffnung auf Entwicklung, doch die Ägypter fürchten, dass ihnen das Wasser ausgeht. Tiksa Negeri / Reuters

Die Nerven liegen blank in Kairo. Das Wüstenland sieht sich in einem Kampf auf Leben und Tod. Und noch nie schien die Angst so gross, diesen zu verlieren: Im Wettlauf gegen die Zeit verhandelten die zuständigen Minister aus Ägypten, Äthiopien und dem Sudan zuletzt während Tagen über die gerechte Verteilung des Nilwassers. Doch vergangene Woche endeten auch diese Gespräche ohne eine Einigung.

Trotzdem will Äthiopien ab Juli, wenn die Regenzeit beginnt, anfangen, seinen «Grossen Staudamm der äthiopischen Wiedergeburt» (GERD) zu füllen. Die ägyptische Regierung forderte deshalb am Freitag den Uno-Sicherheitsrat auf, einen äthiopischen Alleingang zu verhindern. Denn dieser würde den «internationalen Frieden und die Sicherheit» gefährden, sagte der ägyptische Aussenminister Sameh Shukry am Sonntag der Nachrichtenagentur AP.

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