Statuen und Straßen: Wo problematische Kirchenmänner gewürdigt werden


Seit den „Black Lives Matter“-Protesten steht auch die Erinnerungskultur auf dem Prüfstand: Wer wird gewürdigt – und passiert das zu Recht? Auch nicht wenige Kirchenmänner finden sich auf deutschen Straßenschildern und auf Sockeln – haben aber eine problematische Vergangenheit.

Christoph Paul Hartmann | katholisch.de

Auch diese Bilder gehen um die Welt: Aktivisten stürzen in San Francisco und in Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien Junípero Serra vom Sockel. Andernorts wurden Statuen beschmiert oder aus Angst vor Vandalismus in Sicherheit gebracht. Der gebürtig aus Mallorca stammende Franziskaner (1713-1784) hat zahlreiche Missionen im damals zu Neuspanien gehörenden Kalifornien gegründet und gilt unter anderem als Gründer der Stadt San Francisco. Nach der Seligsprechung 1988 sprach ihn Papst Franziskus 2015 heilig. Standbilder von ihm stehen in vielen Kirchen und auf öffentlichen Plätzen in Kalifornien, sogar das Kapitol in Washington beherbergt eine Büste von ihm.

Doch schon vor seiner Heiligsprechung hagelt es Kritik an dem Kirchenmann: Gut 10.000 Menschen unterzeichnen eine Petition gegen die Kanonisation. Im Mittelpunkt steht dabei sein Umgang mit Indigenen. Er soll zehntausende Ureinwohner zwangsmissioniert und gefangen gehalten haben. Dabei habe er dafür sorgen wollen, ihre Sprache und Kultur auszulöschen. Deshalb ist sein Wirken im Zusammenhang mit den „Black Lives Matter“-Protesten in den Fokus von Aktivisten gerückt. So forderte die Indigenenvertreterin Julie Tumamait-Stenslie gegenüber dem „Ventura County Star“, sein Bildnis vor dem Rathaus der Stadt Ventura abzubauen. „Diese Statue steht für eine sehr dunkle Zeit in unserer Geschichte.

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