Simone de Beauvoir, die Unkonventionelle


Mit ihrer Biografie über die französische Philosophin und Schriftstellerin legt Kate Kirkpatrick ein Standardwerk vor.

Miriam Hefti | NZZamSonntag

Simone de Beauvoir, fotografiert 1948. Gisèle Freund / IMEC, Fonds MCC

«Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es»: Es gibt wohl kaum einen Satz aus Simone de Beauvoirs Œuvre, der sich so aus seinem ursprünglichen Kontext herausgelöst hat wie dieser aus ihrem berühmtesten und bahnbrechenden Werk «Das andere Geschlecht» (1951), einer Bibel des Feminismus und dem Skandalwerk seiner Zeit gleichermassen. Ein Buch, das Leben und Denken mehrerer Generationen von Frauen verändern sollte.

Simone de Beauvoir selbst sagte Jahre später in einem Interview, wenn sie «Das andere Geschlecht» noch einmal schriebe, würde sie dieses Zitat um die Aussage ergänzen: «Man wird nicht als Mann geboren, man wird erst dazu.» Ein Kippmoment, nachzulesen in der neuen, angenehm zu lesenden Biografie aus der Feder der am King’s College in London lehrenden Kate Kirkpatrick über die grosse französische Literatin und Philosophin.

Philosophin wollte Simone de Beauvoir allerdings nicht genannt werden, wie sie in einem Band ihrer Memoiren «In den besten Jahren» schrieb. Sie sei die Literatin und Jean-Paul Sartre der Philosoph.

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