Verschwörungstheorien: „Instrumente der Angst und Radikalisierung“


Popkultur und Verschwörungsmythen bedienen sich oft ähnlicher Narrative. Manchmal verschwimmt dabei, wer wen beeinflusst, erklärt Buchautor und Experte Christian Schiffer.

tagesschau.de

Demonstrierende mit „Casa de Papel“-Dali-Masken | Bildquelle: REUTERS

ARD-faktenfinder: Gehören Popkultur und Verschwörungstheorien zusammen?

Christian Schiffer: Ich würde nicht sagen, dass Popkultur und Verschwörungstheorien „zusammengehören“. Aber sie überschneiden sich oft und regelmäßig. Dass liegt daran, dass sie in gewissen Grenzen gerne auf ähnliche Narrative aufbauen: Ein guter Thriller, ein guter Film Noir, ein mittelprächtiger Science-Fiction-Film enthält oftmals einen klar definierten Bösewicht, der eine finstere Verschwörung aufbaut, um ein unglaublich böses Ziel zu erreichen, das viele Menschen in Mitleidenschaft ziehen wird. Das haben wir in den Mission-Impossible-Streifen, das haben wir in Chinatown, das haben wir in den letzten Star-Trek-Filmen gehabt.

ARD-faktenfinder: Wie beeinflussen sich Popkultur  und Verschwörungsmythen gegenseitig?

Schiffer: Am sichtbarsten ist die Überschneidung in der Popkultur, die direkt Verschwörungstheorien aufgreift – sichtbar etwa am Fall des deutschen Hackers Karl Koch, der sich nach einer Figur aus den Illuminatus-Romanen Hagbard Celine benannte.

Ebenso überzeugten ihn die Bücher, dass die Welt von Verschwörungen und bösen Mächten wie den Illuminaten durchzogen sei – und er sie mit seinen Hacks bekämpfen müsste. Die Lebensgeschichte von Karl Koch führte wiederum zum Film 23.

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