Wie Twitter, Facebook und Joe Biden mit Trumps Lügen umgehen


US-Präsident Donald Trump bereitet seine Anhänger auf eine Niederlage vor – und darauf, sie nicht zu akzeptieren. Soziale Medien sind sein Werkzeug. Sie stecken in der Klemme

Manuel Escher | DERSTANDARD

Auch Twitter steht durch Donald Trumps Handeln unter Druck. Illustration: STANDARD

Freude kann Donald Trump wohl nicht empfinden, wenn er in die Zeitungen blickt. Ex-Mitarbeiter kritisieren ihn in Interviews und Büchern als Gefahr für die Demokratie; die Wirtschaft, die er zum Rückgrat seiner Wahlkampagne machen wollte, lahmt; die Corona-Infektionen steigen just in jenen Staaten, die Trumps Ruf nach Lockdown-Lockerungen gefolgt sind; zu seiner Wahlveranstaltung in Tulsa, Oklahoma, kam nicht die vom US-Präsidenten erwartete Million, sondern ein Bruchteil davon: schlappe 6200 Zuschauer. Und Umfragen sagen ihm für die Wahl im November ein Desaster voraus.

Trump, das verraten seine heftigen Angriffe gegen etablierte Medien, liest diese mit fiebrigem Eifer – und mehr noch: Er glaubt ihnen. Der mächtigste Mann der Welt ahnt ein drohendes Debakel bei der Präsidentschaftswahl im November – und versucht nun vorbeugend, die Legende von der großangelegten Manipulation zu spinnen. Anders sind die Twitter-Tiraden kaum zu erklären, in denen der US-Präsident die Corona-bedingte Ausweitung der Briefwahl als Einfallstor für massiven „Wahlbetrug“ darstellt.

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