Irrglaube: Wie Esoteriker Falschinformationen verbreiten


Verschwörungstheorien und teils gefährliche, falsche Behauptungen zum Thema Corona kursieren, seit die Pandemie ausgebrochen ist. Auch Glaubensvertreter mischen bei ihrer Verbreitung mit. In Teil 2 der Reihe „Glauben und Corona: Esoteriker.

Elisabeth Kagermeier | BR24

Einige Esoteriker verbreiten Falschinformationen zu Corona © BR Grafik

Eigentlich hätte das Coronavirus schon am 5. April 2020 besiegt sein sollen – wenn es nach Vertretern der Esoterikerszene gegangen wäre. Für diesen Tag riefen sie zum weltweiten, transzendentalen Meditationsevent zur „endgültigen Auslöschung des Coronavirus“ auf, auch die Gesundheitssprecherin der Grazer FPÖ teilte den Aufruf. Eine Millionen Menschen hätten teilnehmen müssen für den angeblichen „antiviralen Effekt“. Medizinisch ist das Unsinn.

„Es ist die Stunde der Verschwörungstheoretiker“

Die Corona-Krise schafft für alle Glaubensrichtungen und Weltanschauungen einen Deutungsdruck. Wie christliche Glaubensgemeinschaften damit umgehen, untersuchten wir im ersten Teil unserer Serie „Glauben und Corona„.

Auch esoterische Perspektiven lieferten ihre Deutungsangebote zur Pandemie – und verbreiten teilweise Falschinformationen. Zwar kann man diese in ihrer Bedeutung nicht auf eine Stufe mit denen der verfassten Kirchen stellen, aber dennoch gewinnen sie derzeit an Relevanz und Aufmerksamkeit, so Matthias Pöhlmann, dem Beauftragten für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern: „Es ist derzeit mehr die Stunde der Verschwörungstheoretiker, der Einzelgänger und individualisierten Formen von Glauben als von etablierten Kirchengemeinschaften“, sagt er.

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