Von Viren umzingelt – bei einigen Leuten wirkt die Corona-Krise als Augenöffner für andere Gefahren


Während die ganze Welt von Sars-CoV-2 redet, fragt ein Patient seinen Arzt: «Was halten Sie eigentlich vom EEE-Virus?» Der Mediziner kannte den Erreger und wusste Rat.

Bruno Kesseli | Neue Zürcher Zeitung

Colourised TEM micrograph of a mosquito salivary gland: The virus particles (virions) are coloured red. (83,900x magnification) Fred Murphy and Sylvia Whitfield – CDC Public Health Image Library

Nachdem Eva und Adam die verbotenen Früchte vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten, gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten, dass sie nackt waren. So etwa heisst es im Buch Genesis, Kapitel 3. Auf manche Menschen, so scheint mir, hat die Corona-Krise eine ähnliche Wirkung. Sie erkennen, dass sie von Viren umgeben sind.

«Was halten Sie eigentlich vom EEE-Virus?», fragte mich kürzlich ein Patient. Ich hatte Glück, denn wenige Tage zuvor war in einem medizinischen Newsletter, den ich abonniert habe, ein kurzer Artikel über dieses Virus erschienen. Den Text hatte ich aus professioneller Neugier gelesen, weil ich mich nicht daran erinnern konnte, je von einem Virus namens EEE gehört zu haben. Somit blieb mir der Makel der Unwissenheit, der im Internet-Zeitalter bei Diskussionen mit Patientinnen und Patienten zum ärztlichen Alltag gehört, für diesmal erspart.

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