Eine Gebärmutter aus dem Labor


Die Gebärmutter ist für eine Schwangerschaft essenziell, doch nicht bei allen Frauen ist sie funktionsfähig. Jetzt ist es Forschern erstmals gelungen, Kaninchen mit einem im Labor gezüchteten Ersatzorgan zu einer erfolgreichen Schwangerschaft zu verhelfen. Die aus den Zellen der Kaninchen gezüchtete Gebärmutter wuchs dafür zunächst auf einem Polymergerüst heran und wurde dann eingepflanzt. Nach einigen Monaten der Einheilung führte die Paarung bei immerhin vier von zehn Kaninchenweibchen zu gesunden, normal heranwachsenden Jungtieren, wie die Wissenschaftler berichten.

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Computertomografie eines Kaninchenfötus im laborgezüchteten Ersatzuterus. (Bild: Wake Forest Institute for Regenerative Medicine)

Bei rund sechs Prozent aller Frauen, die keine Kinder bekommen können, ist die Gebärmutter das Problem. In einigen Fällen leiden die Patientinnen unter angeborenen Fehlbildungen dieses Organs. Andere wiederum haben von Geburt an gar keinen Uterus oder die Gebärmutter musste ihnen aufgrund von Tumoren oder anderen Erkrankungen entfernt werden. Lange bedeutete dies eine unbehandelbare Unfruchtbarkeit. Doch im Jahr 2014 eröffnete die erfolgreiche Transplantation einer Gebärmutter neue Chancen. Das Spenderorgan einer fremden Frau verhalf einer anderen zur Schwangerschaft. Allerdings setzt eine solche Transplantation voraus, dass ein passendes Spenderorgan zur Verfügung steht, was nur selten der Fall ist. Weltweit wurden bislang erst rund 70 solcher Gebärmuttertransplantationen durchgeführt. Für die Empfängerinnen besteht zudem das Risiko einer Abstoßungsreaktion, weswegen sie immunsuppressive Mittel einnehmen müssen.

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