Warum Facebook für einige Unternehmen als Werbeplattform untragbar geworden – und dennoch unentbehrlich ist


In den USA haben sich rund 240 Unternehmen zu einem Werbeboykott gegen Facebook zusammengeschlossen. Das mag das Image des weltgrössten sozialen Netzwerks abermals ankratzen. Es wird aber nicht dessen wirtschaftliche Basis erodieren.

Christiane Hanna Henkel | Neue Zürcher Zeitung

Eine Anhängerin von Donald Trump nimmt mit ihrem Smartphone eine Rede des US-Präsidenten in Bossier City, Louisiana, auf. Tom Brenner / Reuters

Konzerne wie Ford, Starbucks oder Unilever haben in den letzten Tagen ihre Werbung von Facebook (inklusive Instagram) und zum Teil auch von anderen sozialen Netzwerken abgezogen. Die dort grassierenden Verschwörungstheorien, Hasstiraden und Falschnachrichten erachten die Unternehmen nicht mehr als ein geeignetes Umfeld, um Pick-up-Trucks, den neusten Café-Latte-Mix oder Ben-&-Jerry’s-Glace zu bewerben.

Den Konzernen geht es bei ihrem Boykott zudem um etwas anderes: Im durch den Präsidentenwahlkampf und durch die Anti-Rassismus-Demonstrationen aufgeheizten Klima in den USA wollen die Unternehmen auf der richtigen Seite der Geschichte stehen. Stein des Anstosses dürfte eine Reihe von Tweets und Posts von Präsident Trump gewesen sein, die er im Zuge der Demonstrationen gegen Rassenhass abgesetzt hatte. Twitter hatte darin einen Aufruf zur Gewalt und damit einen Verstoss gegen die Richtlinien des Kurznachrichtendienstes gesehen und die Tweets mit entsprechenden Hinweisen versehen. Facebook hingegen liess die Posts des Präsidenten unkommentiert für die 2,7 Milliarden monatlichen Nutzer sichtbar stehen.

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