Wo ist nur der Stern geblieben?


In einer fernen Galaxie ist ein massereicher Stern verschwunden. Kollabierte er ohne Supernova?

Karl Gaulhofer | Die Presse

Der Himmelskörper schien ein interessantes Studienobjekt zu sein. Mehrere Gruppen von Forschern hatten den massereichen Stern aus der 75 Millionen Lichtjahre entfernten Kinman-Zwerggalaxie im Sternbild des Wassermanns schon über Jahre beobachtet. Er zeigte klare Anzeichen dafür, dass er in einer späten Phase seiner Entwicklung war. Also hofften der irische Astronom Andrew Allan und sein Team, mehr über den Lebensabend von Riesensternen zu erfahren, als sie im Vorjahr das große Teleskop des Projekts Europäische Südsternwarte in Chile auf ihn richteten. Aber nichts da: Er war spurlos verschwunden (Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, 30.6.).

Und das offenbar ohne eine Supernova – jene Explosion, bei der sterbende Riesensterne in einer gewaltigen Stoßwelle ihre äußere Hülle loswerden, bevor ihr Kern zu einem Schwarzen Loch mit enorm konzentrierter Masse kollabiert. Ein solches Ereignis wäre nicht zu übersehen gewesen. Was also ist hier geschehen?

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