Diese Konsequenzen hat ein Kirchenaustritt


Wieder sind im vergangenen Jahr Zehntausende Menschen aus der Kirche ausgetreten – diesmal ein neuer Höchstwert. Es ist eine Unterschrift mit weitreichenden Folgen, schließlich verliert man durch den Austritt fast alle Rechte in der Kirche. Ob das angemessen ist, bleibt umstritten.

Christoph Paul Hartmann | katholisch.de

Ob jemand auf den Papst losstürmt und ihn verprügeln will oder schlicht keine Lust hat, die Kirchensteuer zu bezahlen, macht für die meisten Menschen wohl einen großen Unterschied. Kirchenrechtlich gesehen werden beide Fälle aber sehr ähnlich behandelt. Wer dem Papst „physische Gewalt“ antut, zieht sich die Exkommunikation als Tatstrafe zu, so will es Canon 1370 des kirchlichen Gesetzbuchs „Codex Iuris Canonici“ (CIC). Bei einem Kirchenaustritt fällt das Wort „Exkommunikation“ seit 2012 zwar nicht mehr, die Konsequenzen sind aber fast die gleichen geblieben.

Mit dem Verzicht auf die Mitgliedschaft in der Kirche verliert eine Person laut dem Dekret der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) von 2012 das Recht, Sakramente zu empfangen, kirchliche Ämter zu bekleiden, Tauf- oder Firmpate zu sein, Mitglied von pfarrlichen oder diözesanen Räten zu werden oder diese zu wählen sowie Mitglied in öffentlichen kirchlichen Vereinen zu sein. Die Taufe ist zwar ein unauslöschliches Prägemal und kann nicht verloren werden, die rechtliche Stellung eines Ausgetretenen ist durch die kirchlichen Restriktionen aber auf ein absolutes Minimum heruntergefahren.

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