Erwärmungs-Rekord am Südpol


Überraschende Wende: Der Südpol hat sich in den letzten 30 Jahren um 0,6 Grad pro Dekade erwärmt – das ist dreimal so viel wie im globalen Mittel. Dafür hat sich die Erwärmung der Westantarktis in dieser Zeit messbar abgeschwächt. Als primäre Ursache für diesen Wandel identifizierten die Forscher zwei natürliche Klimaschwankungen, deren Einfluss den des anthropogenen Klimawandels weit übertrifft, wie sie im Fachmagazin „Nature Climate Change“ berichten.

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Blick auf die Amundsen-Scott-Polarstation und den Südpolmarker. Dieser südlichste Punkt der Erde hat sich seit 1989 stärker erwärmt als das globale Mittel. © Christopher Michel /CC-by-sa 2.0

Der Südpol und das antarktische Plateau galten lange als kälteste und stabilste Region der Antarktis. Im Osten des Plateaus wurden sogar noch vor kurzem die tiefsten Temperaturen der Erde gemessen. Während in der Westantarktis die Gletscher und Schelfeise im Rekordtempo abtauen, blieben die Werte im Inneren des eisigen Kontinentes jahrzehntelang stabil. Bis in die 1980er Jahre hinein kühlte sich der Südpol sogar eher ab.

0,6 Grad Erwärmung pro Dekade

Doch das hat sich nun geändert, wie eine Auswertung von Temperaturdaten von der Amundsen-Scott-Südpolstation belegen. Wie Kyle Clem von der Victoria University of Wellington und seine Kollegen feststellten, hat sich der stabile Abkühlungstrend Ende der 1980er Jahre umgekehrt.

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