Türkische Justiz entscheidet über Zukunft der Hagia Sophia


916 Jahre lang war sie die größte Kirche der Christenheit, ab 1453 Moschee und seit 1934 Museum. Nun könnte die Hagia Sophia bald wieder islamisches Gotteshaus werden. Am Donnerstag urteilt das Oberste Verwaltungsgericht.

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Der türkische Außenminister Mevlü Cavusoglu nennt die Entscheidung über die Zukunft der Hagia Sophia schlicht eine „innere Angelegenheit der Türkei“. Doch so einfach liegen die Dinge nicht. Der gewaltige Bau am Bosporus steht wie kaum ein anderes Symbol für das schwierige Verhältnis zwischen Islam und Christentum, zwischen der Türkei und Europa. Nach wie vor ist die Hagia Sophia für orthodoxe Christen ein heiliger Ort. Wer an ihrem neutralen Status als Museum rüttelt, weiß genau, dass er damit religiöse Wunden aufreißt und internationale Kritik provoziert.

An diesem Donnerstag urteilt das Oberste Verwaltungsgericht

Gleichwohl setzte sich der autoritäre Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan an die Spitze der Moscheebewegung und hat das Vorhaben in den vergangenen Wochen forciert. Ausgerechnet die türkische Denkmalschutzvereinigung ist dabei treibende Kraft, scheiterte aber immer wieder mit Anträgen auf Rückverwandlung der einstigen Kirche der „Göttlichen Weisheit“ (Hagia Sophia) in ein islamisches Gotteshaus. Nun urteilt am Donnerstag das Oberste Verwaltungsgericht in letzter Instanz.

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