Der Fundamentalismus breitet sich aus: Die real existierende Misere des Islam


Der Soziologe Ruud Koopmans seziert so schonungslos wie präzise die Lage der muslimischen Welt. Dabei hält er sich an die Empirie – und verzichtet auf ideologische Diskussionen.

Martin Beglinger | Neue Zürcher Zeitung

Ein Gemeindemitglied beim Gebet in der Ibn Rushd-Goethe Moschee in Berlin. Emmanuele Contini / Imago

Während momentan eine breite gesellschaftliche Debatte über Rassismus geführt werde, so twitterte kürzlich ein Studentenfunktionär der Berliner Humboldt-Universität, lasse der HU-Professor Ruud Koopmans seinem «antimuslimischen Rassismus freien Lauf». Es ist die immergleiche Keule. Und nichts Neues für Koopmans, den dort lehrenden niederländischen Soziologen und Migrationsforscher, der sein neues Buch «Das verfallene Haus des Islam» nicht zufällig mit folgenden Sätzen beginnt: «Dieses Buch ist islamkritisch, aber nicht islamfeindlich. Jeder, der nicht zwischen Kritik an einer Religion – oder besser gesagt: an ihrer derzeit dominierenden Interpretation – und Rassismus unterscheiden kann, sollte dieses Buch beiseitelegen.»

Das wäre ausgesprochen schade, denn diese Leute verpassen nicht weniger als eines der wichtigsten deutschsprachigen Bücher, das in den letzten Jahren über den Islam geschrieben wurde. Gewiss, es gibt fremdenfeindliche Islamhasser, doch der Autor dieses Buches gehört mit Sicherheit nicht dazu.

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