Siegeszug einer Mutante: Eine mutierte Form des Coronavirus hat sich im Verlauf der Corona-Pandemie rasant ausgebreitet und die ursprüngliche Form nahezu verdrängt. Inzwischen tragen knapp 80 Prozent aller infizierten Menschen weltweit die neue G614-Variante in sich. Ursache dieses Erfolgs ist eine deutlich höhere Infektiosität, wie Experimente ergaben. Das mutierte Virus kann sich drei- bis sechsmal besser in menschlichen Zellen vermehren. Kränker macht es aber offenbar nicht.

Dass Viren im Laufe der Zeit mutieren, ist nichts Ungewöhnliches, das gilt auch für das Coronavirus SARS-CoV-2. Schon vor mehreren Wochen haben Wissenschaftler durch Genomvergleiche zahlreiche Mutationen des Virus identifiziert. Eine davon betrifft das Spike-Protein, das Oberflächenprotein, mit dem das Coronavirus an menschliche Zellen bindet. Bei der neuen G614-Variante des Virus ist an einer Stelle dieser Struktur die Aminosäure Asparagin gegen Glycin ausgetauscht.