So entsteht struktureller Rassismus an den Schulen


Der „neoliberale Mythos eines freien Marktes“ trägt zur Verschärfung von Bildungsungerechtigkeiten bei, zeigt eine neue Studie. Besonders betroffen: Migranten.

Christoph David Piorkowski | DER TAGESSPIEGEL

Hoffnungsvoller Anfang – hier bei einer Begrüßung von Erstklässlern in einer Schule.Foto: imago/Marc Schüler

Struktureller Rassismus in der Schule? Die Abwehr dieses Vorwurfs dürfte in etwa so vehement sein, wie bei den Sicherheitskräften in Deutschland. Doch die diskursanalytische Studie der Bildungsforscherin Ellen Kollender über die Situation von „als migrantisch positionierten Eltern“ legt genau solche rassistischen Logiken nahe.

Die Kulturwissenschaftlerin an der Hamburger Bundeswehruniversität, die nach Helmut Schmidt benannt ist, hat für ihre Untersuchung an Kreuzberger und Neuköllner Schulen eine Fülle bildungspolitischer Dokumente der Jahre 2000 bis 2017 ausgewertet und Interviews mit vielen Lehrerinnen und Lehrern und mit zahlreichen Eltern geführt.

Das Ideal vermeintlich farbenblinder Leistungsgerechtigkeit

Ihre These ist, dass im Zuge des Erstarkens von Werten wie „Eigenverantwortung“ und „Leistungsbereitschaft“ durch neoliberale politische Reformen neue Arten der Auslese aufkamen. Diese wähnten sich zwar frei von Rassismus, seien es aber nicht.

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