Das Rückkehrrecht jedes Juden nach Israel


Jeder Jude hat das Recht, nach Israel einzuwandern – so besagt es das Rückkehrgesetz, das die Knesset vor 70 Jahre verabschiedete. Für viele Juden war es die Erfüllung eines Traums. Für die vertriebenen Araber in Palästina war es ein Trauma.

Matthias Bertsch | Deutschlandfunk

Juden waren weltweit über Jahrhunderte immer wieder verfolgt worden – mit der Gründung des Staates Israel sollten sie zu ersten Mal in der Geschichte ihr eigenes Land haben (imago / Everett Collection)

„Im Lande Israel entstand das jüdische Volk. Hier prägte sich sein geistiges, religiöses und politisches Wesen.“

Tel Aviv, am 14. Mai 1948. An diesem Tag endet das britische Mandat über Palästina, ein neuer Staat wird ausgerufen: Israel. In der Unabhängigkeitserklärung zieht Premierminister David Ben Gurion eine Linie von der Vertreibung der Juden aus Palästina vor fast 2.000 Jahren über die Ursprünge des Zionismus im späten 19. Jahrhundert bis zum Holocaust und dem Beschluss der Vereinten Nationen, in einem Teil Palästinas einen jüdischen Staat zu gründen.

„Der Staat Israel wird der jüdischen Einwanderung und der Sammlung der Juden im Exil offenstehen.“

Rückkehr- und Einheitsgedanke

Noch in derselben Nacht wird Israel von seinen Nachbarstaaten angegriffen, ein jüdischer Staat auf mehrheitlich von Arabern bewohntem Gebiet ist für sie undenkbar. Aber Israel geht als Sieger aus den Kämpfen hervor, und so verabschiedet das Parlament, die Knesset, am 5. Juli 1950 ein Gesetz, dessen erster Artikel lautet: „Jeder Jude hat das Recht, ins Land einzuwandern.“

weiterlesen