Söder warnt vor Corona-Naivität in Deutschland


CSU-Chef Markus Söder fürchtet neue Corona-Wellen. Berlins Krisenmanagement hält er für zu lasch. Und er sagt, was ein Kanzlerkandidat der Union können muss.

Georg Ismar | DER TAGESSPIEGEL

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erfährt viel Zustimmung für sein Corona-Krisenmanagement Foto: AFP

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder hat vor einem Verharmlosen der Corona-Pandemie in Deutschland gewarnt und mehr Anstrengungen zum Ausbau des Gesundheitssystems angemahnt. Es sei sei „naiv zu glauben, dass Deutschland schon irgendwie davonkommt“, sagte Söder in einem Interview mit dem Tagesspiegel.

„Wir erleben in Israel eine starke zweite Welle, andere Länder melden neue Ausbrüche, in den USA ist die Lage teilweise dramatisch“, betonte Söder. „Wir spüren doch auch in Deutschland, wie schnell die Pandemie wieder entflammen kann. Das ist wie ein Funke, der ein Großfeuer auslösen kann.“

Die Kanzlerin und viele andere seien dafür kritisiert worden, „dass wir nicht schnell genug lockern. Aber man sieht in allen Umfragen, dass der Anteil der Menschen wächst, denen das alles zu schnell ging“. Fußball-Bundesligaspiele mit Zuschauern schließt Söder nicht aus. „Das werden wir im Herbst entscheiden.“ Aber für diese und alle anderen Lockerungs-Fragen sei entscheidend: „Wie kommen die Deutschen aus dem Urlaub zurück?“ Er hoffe sehr, „dass aus dem Ballermann kein zweites Ischgl wird.“

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