Strippenzieher und Seilschaften


Seit Jahrzehnten beeinflussen Lobbygruppen die Politik, um Klimaschutzmaßnahmen auszubremsen.

Tim Haarmann | Spektrum

Bei der Besprechung dieses Buchs muss man die Gretchenfrage vielleicht gleich am Anfang stellen: Ist das Werk zu empfehlen oder nicht? Die Antwort ist ein klares »Jein«. Ja, denn das Buch arbeitet gut nachvollziehbar heraus, wo überall Interessengruppen die Bemühungen zum Klimaschutz gezielt unterwandern. Nein, denn: Wer weniger weiß, kann besser schlafen.

Realitätsleugnung als Grundsatzprogramm

In zwei Teilen widmen sich die Autorinnen, die beide als Journalistinnen arbeiten, der »Klimaschmutzlobby«. Zunächst zeigen sie, um welche Akteure es sich handelt; anschließend beleuchten sie, wie diese an verschiedenen Schaltstellen agieren. Dass Rechtspopulisten häufig auf Stimmenfang gehen, indem sie den menschengemachten Klimawandel leugnen, kann dabei nicht überraschen – eine entsprechende Partei in Deutschland hat diese Realitätsverweigerung sogar zu ihrem Grundsatzprogramm gemacht. Wenig überraschend nehmen sich auch die einschlägigen Interessenlagen der Konzerne aus, die mit fossilen Brennstoffen Milliarden verdienen und gern möchten, dass das so bleibt – sowie der Agrarlobby, die eine klimafreundliche Landwirtschaft mit kleineren Gewinnspannen verhindern möchte.

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