Tyler Vilus gilt als Schlüsselfigur der französischsprachigen Jihadistenszene – nun muss er für 30 Jahre hinter Gitter


Er war ein einflussreicher IS-Mann mit Verbindungen zum mutmasslichen Drahtzieher der Anschläge in Paris. Für seine Verbrechen in Syrien wurde Vilus in der Nacht auf Samstag in der französischen Hauptstadt zu einer 30-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Katrin Büchenbacher | Neue Zürcher Zeitung

Auf einer Toreinfahrt eines zerbombten Areals in der Region Rakkas / Syrien prangert das Logo der vertriebenen Terrormiliz Islamischer Staat. Aufnahme von 2018. Sebastian Backhaus / imago

30 Jahre Haft – so lautet das Strafmass für den Jihadisten Tyler Vilus. Ein Pariser Schwurgericht hatte das Urteil in der Nacht auf Samstag verhängt. Es legte zudem fest, dass Vilus mindestens 20 Jahre hinter Gittern verbringen muss, bevor er um eine vorzeitige Entlassung ansuchen kann. Der 30-Jährige war der Verbrechen in Syrien zwischen 2013 und 2015 angeklagt. Er war ein wichtiger Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Seit dem 25. Juni stand Vilus in Paris vor Gericht. Im Prozess ging es unter anderem um seine Rolle bei der Führung von IS-Kämpfern und um zwei öffentliche Hinrichtungen. Er wurde in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Allerdings sah das Gericht von einer lebenslangen Haftstrafe ab. Diese hatte die Generalstaatsanwaltschaft gefordert. Sie bezeichnete Vilus als Schlüsselfigur der französischsprachigen Jihadistenszene. Besonders ist der Fall auch deshalb, weil Vilus der erste einheimische Jihadist ist, den Frankreich wegen Verbrechen in Syrien vor ein Schwurgericht gestellt hat. Seine Verhaftung und Verurteilung gelten als massgeblicher Erfolg für die französischen Sicherheitsdienste und für die Justiz.

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