Juden und Muslime kritisieren Schächtverbot


Mündliche Verhandlung zum Verbot der koscheren Schlachtung in der Flämischen Region Belgiens geplant

Jüdische Allgemeine

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg. Foto: imago images / Patrick Scheiber

Vertreter von Judentum und Islam haben zum Überdenken des Schächtverbots aufgefordert.

»Wir können nicht erwarten, dass Religionsgemeinschaften in Europa bleiben und einen Beitrag für die hiesigen Gesellschaften leisten, wenn der bloße Akt ihres Nahrungsmittelkonsums als ein Verbrechen betrachtet wird«, erklärten am Dienstag der Präsident der Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER) und Oberrabbiner von Moskau, Pinchas Goldschmidt, sowie der Generalsekretär der Islamischen Weltliga, Scheich Mohammed Bin Abdul Karim Al-Issa.

Verhandlung. Am Mittwoch findet beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg eine mündliche Verhandlung zum Verbot der betäubungslosen Schlachtung in der Flämischen Region Belgiens statt.

»Die Art und Weise, wie wir Essen zubereiten, stellt einen zentralen Grundsatz unseres Glaubens dar.«

Rabbiner Pinchas Goldschmidt und Scheich Mohammed Bin Abdul Karim Al-Issa

Es wurde im Juli 2017 eingeführt und gilt auch für Schlachtungen im Rahmen eines religiösen Ritus. Mehrere belgische Organisationen von Juden und Muslimen erhoben Klage beim belgischen Verfassungsgericht. Das wiederum fragte beim EuGH an, ob das Verbot mit EU-Recht und der EU-Grundrechtecharta vereinbar sei.

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