Kohle: Spanien steigt aus


In Spanien geht es fast sofort, in Deutschland lässt man sich noch 18 Jahre Zeit. Ein Kommentar

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Das Kohlekraftwerk La Robla wurde am 1. Juli abgeschaltet. Bild: Pablox/CC BY-SA-3.0

In Spanien wurden zum 30. Juni fast die Hälfte der noch verbliebenen 15 Kohlekraftwerke abgeschaltet, berichtet die spanische Zeitung El Pais. Ausschlaggebend waren wirtschaftliche Überlegungen. Die Betreiber sahen es als nicht lohnend an, die Anlagen für die neuen, schärferen Emissionsgrenzwerte fit zu machen. Die Nachrüstung hätte sich für sie nicht gelohnt.

Nun spielen Kohlekraftwerke für die spanische Stromversorgung ohnehin schon länger keine große Rolle mehr. 2018 lieferten sie nur noch 15 Prozent der im Land benötigten elektrischen Energie. Strom wird in Spanien vor allem mit reichlich alternden Atomkraftwerken (21 Prozent), Windkraftanlagen (20 Prozent), Wasserkraft (14 Prozent) und Solaranlagen (fünf Prozent) erzeugt. Den Rest tragen Kraftwärmeanlagen und Gaskraftwerken bei.

Doch so unterschiedlich von der hiesigen Situation ist das nun auch wieder nicht. In Deutschland trugen Kohlekraftwerke (Stein- und Braunkohle zusammen) 2020 nur noch rund 20 Prozent zur Stromversorgung in den öffentlichen Netzen bei, wie aus den Daten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme hervorgeht. Wind brachte es hingegen auf knapp 31 Prozent. Noch 2018 hatte der Anteil der Kohle in Deutschland bei nicht ganz 38 Prozent gelegen.

weiterlesen