Fälschungen in Bibelmuseum: US-Justiz greift durch


Das weltweit größte Bibelmuseum in Washington hat seit seiner Eröffnung 2017 so viele Skandale um Fälschungen und Raubkunst ausgelöst, dass die Justiz nun hart durchgreift. Alle Exponate müssen überprüft werden.

religion.ORF.at

Das Museum muss alle Exponate überprüfen lassen. Reuters/Kevin Lamarque

Die Bundesbehörden verordneten dem „Museum of the Bible“ die komplette Überprüfung jedes einzelnen der 40.000 Exponate, wie die katholische Nachrichtenagentur Kathpress berichtet. Identifiziert werden sollen nicht nur Fälschungen, sondern vor allem potenzielle Raubkunst, die an ihre Herkunftsländer zurückgegeben werden soll.

Wissenschaftliche Experten fragen sich, warum dieser Schritt so lange auf sich warten ließ. Auslöser ist eine Intervention der New Yorker Staatsanwaltschaft im Mai, die die Rückgabe der sogenannten „Gilgamesch-Traumtafel“ an den Irak anordnete. Die Tafel hatte sie schon Monate zuvor beschlagnahmt.

Raubkunst aus dem Irak

Die 3.500 Jahre alte Tontafel stammt aus dem heutigen Irak. Sie gilt als eine der ältesten literarischen Werke. Steve Green, Vorstandsvorsitzender des Washingtoner Bibelmuseums und milliardenschwerer Besitzer der Bastelwaren-Kette „Hobby Lobby“, erwarb sie 2014 in einer privaten Versteigerung für knapp 1,7 Millionen Dollar. Ein Fall von Raubkunst, so die Staatsanwaltschaft.

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