Arktische Produktivitätszunahme

Bild von Jean Luc Krogmann auf Pixabay

Der Klimawandel sorgt im Arktischen Ozean für schwindende Meereisflächen und Strömungsveränderungen. Forscher präsentieren nun überraschende Informationen dazu, wie sich dies auf das Wachstum der Meeresalgen auswirkt, die für die Bildung der Biomasse der Region verantwortlich sind. Die Produktivität ist demnach in den letzten 20 Jahren um satte 57 Prozent gestiegen. Die geringere Lichtabschirmung ist dabei offenbar nur ein Faktor – es kommt wohl auch zu „düngenden“ Prozessen, geht aus den Daten hervor. Einen entscheidenden Beitrag zur Reduktion von atmosphärischem CO2 sprechend die Forscher dem Effekt aber nicht zu. Auch seine Bedeutung für die Ökosysteme muss sich erst noch zeigen.

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Das Nordpolarmeer verzeichnet ein verstärktes Algenwachstum. (Bild: Justinreznick/iStock)

Die Klimaerwärmung hat den hohen Norden in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert: Im Sommerhalbjahr schmilzt das arktische Meereis nun so stark, dass nur noch eine vergleichsweise geringe Ozeanoberfläche bedeckt beleibt. In den 1980er Jahren entsprach sie noch etwa der 20-fachen Fläche Deutschlands. In den vergangenen Jahren blieb im Sommer hingegen durchschnittlich nur noch die 10-fache Fläche übrig. Das bedeutet, dass viel größere Meeresbereiche dem direkten Sonnenlicht der langen arktischen Sommertage ausgesetzt sind. Es schien bereits klar, dass dies das Wachstum der winzigen Meeresalgen antreibt, die durch Photosynthese aus Kohlendioxid und Licht energiereiche Moleküle herstellen und Biomasse aufbauen. Dieses Phytoplankton bildet damit die Grundlage der Nahrungskette im arktischen Ozean – von winzigen Krebschen, über Fische bis hin zu Robbe und Eisbär.

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