Trump pfeift auf die Justiz


Der Straferlass des Präsidenten für seinen alten Kumpel klingt wie eine Geschichte aus einer mittelmäßigen Diktatur. Dass die Republikaner Trump das durchgehen lassen, ist der eigentliche Skandal dieser unwürdigen Präsidentschaft.

Thorsten Denkler | Süddeutsche Zeitung

Trump hat mehrfach öffentlich geäußert, er könne als Präsident machen, „was immer ich will“. Foto: NICHOLAS KAMM/AFP

Roger Stone wird keinen Tag seiner Strafe im Gefängnis verbringen müssen. Er war wegen Meineides gegenüber dem Kongress, Justizbehinderung und Zeugenbeeinflussung zu 40 Monaten Haft verurteilt worden. Alles stand im Zusammenhang mit den Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller in der Russland-Affäre.

Am kommenden Dienstag hätte Stone seine Strafe antreten müssen. Aber Stone hat anders als andere Verbrecher einen mächtigen Verbündeten: seinen langjährigen Kumpel und Geschäftspartner, den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald J. Trump.

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