Wie Pius IX. die Unfehlbarkeit erlangte – und den Kirchenstaat verlor

Pius IX. nach einem Porträt von George Peter Alexander Healy, 1871

Schreibgeräte sind unscheinbar – und doch im Zentrum der Geschichte. Das zeigt nun eine Ausstellung in Rom zum Schicksalsjahr 1870. Zwei Federn zeigen den Papst und die Kirche an der Spitze der Macht und am Boden der Tatsachen.

Felix Neumann | katholisch.de

Die Feder ist mächtiger als das Schwert – das gilt besonders für die Päpste, die bekanntlich keine Legionen haben. Besonders deutlich wird das an Pius IX, bei dem Macht und Ohnmacht nahe beieinander lagen. Zwei Exponate der Ausstellung „150 Jahre Erstes Vatikanisches Konzil, Unfehlbarkeit des Papstes und Fall der Porta Pia“ machen das deutlich: Ein eleganter, bunt verzierter Federkiel liegt in einer mit Seide ausgeschlagenen kunstvoll geschnitzten Holztruhe. Ein anderes Schreibgerät ist schlichter: grau und braun, aus Holz, keine Feder am Ende des Griffs.

„Schreibfedern stehen dafür, dass ein Mensch mit Autorität Verantwortung übernimmt, in der Geschichte und auch heute noch“, erläutert der Präsident des Päpstlichen Komitees für die Geschichtswissenschaften, Bernard Ardura, gegenüber “Rome Reports” die Bedeutung der Exponate. Sein Komitee hat die Ausstellung in der Galleria Arte Poli mitorganisiert.

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