Ezidentum: Eine Religion ist angekommen


In Deutschland leben bis zu 200.000 Ezidinnen und Eziden, besser bekannt als Jesiden. Die Religion war und ist im Nahen Osten oft Verfolgungen ausgesetzt. In Deutschland hat sie eine neue Heimat gefunden.

Christian Röther | Deutschlandfunk

Das Grab von Scheich Adi in Lalish, das zentrale Heiligtum der Eziden in Irak. (picture-alliance/imageBROKER/Michael Runkel)

„Wenn ich immer ‚Religionszugehörigkeit‘ ausfüllen musste, oder ich gefragt wurde, wer ich denn sei, dann standen eben gewisse Fragezeichen in den Gesichtern der Menschen. Aber seit 2014, muss ich sagen, hat sich das gewandelt“, sagt Güler Coknez. 

Sie ist Ezidin und bezeichnet sich als Deutsche mit ezidischen Wurzeln, wurde in Hannover geboren und arbeitet hier seit kurzem als Lehrerin. Bis zum Sommer 2014 kannte das Ezidentum kaum jemand in Deutschland, meint sie. Doch das änderte sich, als die Terrormiliz Islamischer Staat im Nordirak einen Völkermord an den Eziden verübte. Medien weltweit berichteten darüber, und viele Eziden fanden danach in Deutschland eine neue Heimat – so auch Khairi Fahad Elyas:

„Ich komme aus dem Nordirak, aus Shingal. Ich bin in einem sehr kleinen Dorf geboren. Ich bin Physiker, experimentaler Physiker. Und zurzeit mache ich den Master hier in Hannover. Und seit knapp vier Jahren bin ich in Deutschland.“

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