„Burkaverbot“ in Frankreich: Verschleierung sorgt weiter für Debatten


Auch zehn Jahre nach dem Verbot der Gesichtsverhüllung im öffentlichen Raum schaffen es Burka und Niqab regelmäßig in die französischen Nachrichten. Das Verbot steht für die gespaltene Beziehung zum Islam in Frankreich.

Franziska Broich | katholisch.de

Frankreich ist das europäische Land mit den meisten Muslimen: Schätzungen zufolge sechs Millionen. Trotzdem tut sich das Land schwer, einen angemessenen Umgang mit der Religion Mohammeds zu finden. Das gesetzliche Verbot der Gesichtsverhüllung in der Öffentlichkeit – gemeinhin Burkaverbot genannt – war das Ende einer langen Debatte und der Beginn einer langen juristischen Auseinandersetzung. Bis heute fühlen sich einige Musliminnen in Frankreich durch das Gesetz in ihrer Religionsfreiheit eingeschränkt. Am 13. Juli 2020 ist es zehn Jahre her, dass die Nationalversammlung das „Burkaverbot“ verabschiedete. In Kraft trat es am 11. April 2011.

Frankreich war in der Europäischen Union eines der ersten Länder, das 2004 jegliche auffälligen religiösen Symbole wie das christliche Kreuz, die jüdische Kippa und das islamische Kopftuch in Schulen verbot. Seitdem zogen einige Länder nach: In Deutschland gilt ein Verschleierungsverbot beim Fahren eines Fahrzeugs im Straßenverkehr; in den Niederlanden und Bulgarien in Ämtern, Krankenhäusern und im Nahverkehr; in Dänemark besteht ein Vollverschleierungsverbot, und Österreich verbietet die Gesichtsverhüllung.

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