Apostolischer Vikar: Umwidmung der Hagia Sophia ist nachvollziehbar


Aus der Hagia Sophia soll wieder eine Moschee werden. Viele Kirchenvertreter zeigten sich deswegen besorgt. Doch laut Paolo Bizzeti, dem Apostolischen Vikar von Anatolien, spiegelt diese Entscheidung die Stimmungslage in der türkischen Bevölkerung.

katholisch.de

Paolo Bizzeti, Apostolischer Vikar von Anatolien, hat Verständnis für die Umwidmung der Istanbuler Hagia Sophia zur Moschee geäußert. Die Entscheidung sei „keine Kurzschlusshandlung“ von Präsident Recep Tayyip Erdogan gewesen, sagte der italienische Jesuit dem katholischen Pressedienst SIR (Montag). Schließlich befürworteten laut aktuellen Umfragen 70 Prozent der türkischen Bevölkerung den Schritt. „Das ist eine Tatsache, der man Rechnung tragen muss.“ Dennoch teile er den Schmerz vieler Christen angesichts der neuen Entwicklung.

Das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei hatte am Freitag den Status des berühmten Bauwerks als Museum aufgehoben. Erdogan unterzeichnete darauf ein Dekret zur Nutzung der Hagia Sophia als Moschee. Für die Entscheidung gab es von vielen Seiten Kritik. Papst Franziskus sagte am Sonntag nach dem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz, er empfinde „großen Schmerz“, wenn er an das Istanbuler Wahrzeichen denke, empfinde er „großen Schmerz“, sagte er am Sonntag nach dem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. Laut der Deutschen Bischofskonferenz berge der Beschluss die Gefahr in sich, „dass die Hagia Sophia künftig wieder als Symbol religiösen ‚Raumgewinns‘ gedeutet werden könnte“.

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