Bis zum Glyphosat-Verbot wird in Österreich noch kräftig gespritzt


Im August stellt Brüssel die Weichen für ein Glyphosat-Verbot in Österreich. Wie mit einem Pestizid Populismus betrieben wird und warum es Landwirte entzweit

Verena Kainrath | DERSTANDARD

Entlang der Eisenbahngleise zwischen Kötschach und Hermagor herrschte dieser Wochen ungewohnt reges Treiben. Rücken und Köpfe tief gebeugt, ausgerüstet mit Arbeitshandschuhen, Sonnencreme und Gartenschere zupfen freiwillige Helfer Unkraut. Meter für Meter arbeiten sie sich vor. 30 Kilometer sind zu bewältigen. Mittlerweile haben sie drei Viertel der Gailtalbahn von Gestrüpp befreit. „So schnell wächst da nichts mehr nach“, sagt Herwig Ertl, Kärntner Greißler und ein Botschafter der Slow-Food-Bewegung. Genugtuung klingt aus seiner Stimme.

Ein privater Verein will die idyllische Bahntrasse neu beleben. Wuchernde Wildpflanzen stören dabei. Der Einsatz von Glyphosat sollte ihnen wie fast überall entlang der Eisenbahnnetze den Garaus machen. Doch durch umliegende Gemeinden ging eine Welle der Empörung. Ertl goss diese durch tausende Unterschriften in harte Zahlen und brachte die Verantwortlichen an einen Tisch.

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