Weniger Fälle von Kirchenasyl – Bundesinnenministerium begrüßt Rückgang


Laut einem Papier des Bundesinnenministeriums, das „Die Welt“ vorliegt, sank die Zahl auf durchschnittlich 53 pro Monat. Zwischen August bis Dezember 2018 waren monatlich im Schnitt noch 68 Meldungen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) eingegangen.

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Flüchtlinge bitten um Kirchenasyl am Dom St. Peter in Regensburg (Archivfoto). (picture alliance / dpa / Armin Weigel)

Die Entwicklung sei zu begrüßen, heiße es in dem Papier. Kritisch sieht das Ministerium demnach die Verweildauer der Asylbewerber in den Kirchengemeinden. Asylbewerber müssten das Kirchenasyl eigentlich innerhalb von drei Tagen verlassen, nachdem sie als Härtefall einen Ablehnungsbescheid erhalten hätten. Die Praxis sehe häufig anders aus.

Beide Kirchen wiesen die Kritik zurück. Das neue Verfahren, wonach Deutschland deutlicher später als bislang die Verantwortung von Asylverfahren von anderen EU-Ländern übernehme, belaste die Gemeinden, die Einzelpersonen und Familien im Kirchenasyl, sagte der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Dutzmann. Die Deutsche Bischofskonferenz erklärte, die Kirchen sähen die 2018 beschlossenen Änderungen „kritisch“. Das seit August 2018 geltende Verfahren verpflichtet Kirchen dazu, für jeden Fall von Kirchenasyl ein Härtefalldossier beim Bamf einzureichen.

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